„… und erfolgreicher Fußball kann auch ein Land verändern …!“ Echt jetzt?
- Klemens Kappe

- vor 3 Tagen
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Nach drei gescheiterten Weltmeisterschaften der DFB-Auswahl soll nun also Jürgen Klopp das Wunder vollbringen. Bei seiner Vorstellung als Bundestrainer sagte er allen Ernstes: „Ich habe dreimal erlebt, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann. Und erfolgreicher Fußball kann auch ein Land verändern.“ Klingt nach Nationalpädagogik mit Gegenpressing.
Echt jetzt? Natürlich kann Fußball eine Stimmung verändern. Für neunzig Minuten, vielleicht für einen Sommer. Er kann Menschen zusammenbringen, die sonst nicht einmal dieselbe Zeitung lesen würden. Aber ein Land? Dann richten wir am besten gleich einen „Förderfonds Fußball – für ein wundervolles Deutschland“ ein, in den jeder Bundesbürger einzahlt. Das ist Ablasshandel im Trikot: wir bezahlen, andere rennen. Verantwortung war selten bequemer: einfach abwarten, was die deutschen Kicker für uns richten.
So geht’s! So bequem sollten wir es uns nicht machen. Kloppo darf gern an seiner Vision arbeiten, aber eine Nationalmannschaft saniert keine Schulen, stärkt keine demokratische Streitkultur und vermittelt weder Bildung noch Urteilskraft. Veränderung kommt durch Menschen, die denken, lernen, widersprechen und handeln. Wer gesellschaftliche Spannungen lieber mit Fußballromantik, Social-Media-Geraune und politischer Selbstberuhigung übertönt, überlässt das Feld denen, die aus Frust, Angst und einfachen Antworten mehr Treffer landen. Vielleicht wäre es ein Anfang, Bildung, Toleranz und Urteilskraft ernster zu nehmen als das nächste Spiel. Oder ist das zu viel verlangt?
Bild: Unsplash



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