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„Sie hieß Eva. Braune Haare, rehbraune Augen.“ Echt jetzt?

Aktualisiert: vor 10 Stunden


Ein altes Interview des baden-württembergischen CDU-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten Manuel Hagel hat eine Sexismus-Debatte entfacht. In der Regio-TV-Sendung „Auf ein Bier mit“ ging es 2018 um Nahbarkeit in der Politik. Hagel verdeutlichte sein Anliegen „Politik müsse sich einer Sprache bedienen, die verstanden wird“, mit einem Beispiel aus seinem Wahlkreis: „…die erste Frage, sie hieß Eva. Braune Haare, rehbraune Augen…“


Echt jetzt? Acht Jahre danach gibt sich Hagel zerknirscht und spricht von „Mist“ - steht aber entblößt da und wird kurz vor der Wahl von politischen Gegnern genüsslich vorgeführt. Sexismus-Vorwürfe kommen aus grünen Reihen und auch AfD-Gegenkandidat Frohnmaier schwafelt von einem „komischen Gefühl als Vater einer Tochter“. Schlimmer geht’s. Ausgerechnet die Am meisten frauenfeindliche Partei Deutschlands kann sich nun moralisch geben und findet willkommene Ablenkung von ihrer besonderen „Familienfreundlichkeit“ – mit der Angehörige von Parteikollegen über parlamentarische Jobs auf Staatskosten versorgt werden.


So geht’s! Hagel redet seinen Fauxpas mit „das war Mist“ nicht klein. Wer Ministerpräsident werden will, muss glaubwürdig sein - nur so lassen sich Populisten politisch und moralisch stellen. Lebt doch die AfD mit Frohnmaier ihre Doppelmoral so richtig aus: hier die Empörung als ‚Vater einer Tochter‘, dort der gut dotierte Posten für die Gattin auf Staatskosten. Und das AfD-Wahlprogramm? Setzt noch einen drauf und weckt bei Frauen ein wirklich "komisches Gefühl". Oder wie sollen wir das Leitbild der „Kernfamilie“, die Klage über den „Geburtenrückgang“ und die Beschwörung „deutscher Kinderzimmer“ als Zukunft der Heimat verstehen? Liebe CDU- und Grünen-Politiker: Bei der nächsten Debatte besser weniger Bambi und mehr Fuchs wagen - das täte gut.

Bild: Unsplash

 
 
 

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