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Klarnamen im Internet - Debatte soll im Keim erstickt werden! Echt jetzt?

Aktualisiert: 30. Dez. 2025


Die Ex-Ampel lebt noch! Zumindest was die reflexartige Ablehnung einer Verpflichtung zu Klarnamen im Internet angeht. Kaum hat der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle die Debatte angestoßen und eine mögliche Klarnamenregelung als verfassungsrechtlich zulässig eingeschätzt, rufen Bundesjustizministerin Hubig (SPD), NRW-Justizminister Limbach (Grüne) und der neue FDP-Chef Christian Dürr nach der Meinungsfreiheit!


Echt jetzt? Vielleicht würden sich Schnitzel, Donald Duck und Moonraker anders äußern, wenn sie sich nicht hinter Pseudonymen verstecken könnten. Gehört es zur Meinungsgeilheit, Tennisprofis wie Eva Lys nach Niederlagen zu bedrohen und zu beleidigen, weil auf sie gewettet und Geld verloren wurde? Soll anonyme Meinungsfeigheit weiterhin geschützt sein, auch wenn dadurch labile Jugendliche oder gesellschaftlich Schwächere in den Suizid getrieben werden? Wie steht es um all die Unzufriedenen im Land, die von Putin-Bots mit Fake aufgestachelt und durch noch mehr Bots in diesem Unsinn bestätigt werden? Natürlich sagen Hubig, Limbach und Dürr – sie wollen Straftaten im Netz effektiv bekämpfen. Bürokratie, Datenschutz und Überforderung lassen den Erfolg der letzten 10 Jahre jedoch armselig erscheinen! So konnten und können meinungswütende User schon und immer noch hemmungslos unbehelligt ihr Unwesen treiben. Die Forderung nach einem „noch mehr“ vom „weiter so -nur ein bischen anders“, ist leider nicht mehr nur naiv!


So geht’s! Eine zweijährige Testphase, in der Onlinekonten mit Pseudonymen gesperrt werden - ab wann? Am besten sofort! Um endlich den Schutz der Opfer vor den der Meinung zu stellen und um eine Gesellschaft wieder diskursfähig zu machen. So hat dieses Land verlernt, andere Meinungen, Andersdenkende und wahrscheinlich überhaupt andere Menschen auszuhalten. Der Autor wagt mit diesem Blogbeitrag einen Selbstversuch, wird unter seinem Klarnamen veröffentlichen und sich den Kommentaren der Lesenden stellen. Und werden diese mit Klarnamen geäußert, ist das schon der erste Schritt zu einem Diskurs mit offenem Visier. Denn meinungsflutende User werden überrascht sein, wie anregend und angenehm eine offene und ehrliche Diskussion sein kann. Deshalb sollte bitte die Debatte über Klarnamen im Internet nicht mit dem Deckmantel der Meinungsfreiheit im Keim erstickt werden!

Bild: Unsplash

 
 
 

2 Kommentare


Armin Singer
06. Jan.

Ich muss sagen, ich hatte das Thema gar nicht auf dem Schirm, also, dass dazu momentan Entscheidungen anstehen oder anstanden. Aber ja, stimme den Ausführungen voll zu. Allerdings habe ich bisher auch noch keine Contra-Argumentation mitbekommen. Wäre mal interessanten, was da so angeführt wird...

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Klemens Kappe
06. Jan.
Antwort an

Die Diskussion darüber ist eher noch ein zartes Pflänzchen, wird aber von Anfang an mit dem Totschlagargument "Meinungsfreiheit" zertrampelt. Derzeit überwiegt einfach die Angst, dass die Debatte darüber wieder als Eingriff in die Privatsphäre verstanden wird und noch mehr Wähler den Populisten zuführt...

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